Vom Stahlbau zur MCE

Wiederaufbau nach dem Krieg
Nach Kriegsende im Mai 1945 begannen die verbliebenen Stahlbauer und Heimkehrer mit der Behebung der Zerstörungen im eigenen Bereich sowie an den Anlagen der Hütte und der ehemaligen EWO (Eisenwerke Oberdonau). Beschädigte Stahlkonstruktionen, Kranbahnen und Dächer waren zunächst die wichtigsten Einsatzgebiete. Auch bei Projekten außerhalb des Werkes leisteten die Stahlbauer einen wesentlichen Beitrag zum Wiederaufbau und Ausbau der österreichischen Industrie und Verkehrsanlagen. Der "Stahlbau Linz" wurde 1946 in die "Vereinigten Eisen- und Stahlwerke Linz" eingegliedert.

Schweißkonstruktionen im Vormarsch
Die vorerst vorwiegend genieteten Konstruktionen wurden anfangs der 50-er Jahre von Schweißkonstruktionen schrittweise verdrängt, wobei der Stahlbau wichtige Entwicklungsarbeiten geleistet hat. Neben dem steigenden Bedarf im Bereich Stahlhoch- und Brückenbau konnten auch in anderen stahlbauspezifischen Sparten Erzeugungsmöglichkeiten gefunden werden. Die Produktpalette wurde immer breiter gefächert.
Einfahren des Reaktorbehälters im Kraftwerk "Zwentendorf"
Die E-Wirtschaft als neues Betätigungsfeld
Die Elektrizitätswirtschaft brachte ab 1947 ein weiteres Betätigungsfeld, wozu neue Abteilungen geschaffen wurden. Der Stahlwasserbau und Druckrohrleitungsbau begann mit der Lieferung und Montage von Komponenten für Wasserkraftwerke, der Mastbau u.a. solche für Hochspannungsleitungen. Für die chemische Industrie oder für Dampfkesselanlagen konnten Druckbehälter und Lagerbehälter hergestellt und montiert werden. Auch Seilbahnen wurden bereits ab 1948 gebaut. Mit der Fertigstellung des ersten LD-Stahlwerkes begann die Vermarktung solcher Anlagen weltweit.

Komponenten für Kernkraftwerke
Eine zusätzliche Sparte betraf ab 1969 die Fertigung von Komponenten für Kernkraftwerke, wofür man größere Investitionen vornahm.

Bereits ab 1950 konnten der Stahlbau sowie die Montageabteilung mit der erfolgreichen Abwicklung von Aufträgen in verschiedensten Ländern und Kontinenten die Leistungskraft auf dem Stahlbau-Sektor unter Beweis stellen und international großes Ansehen gewinnen.

Der Auftragsumfang bedingte eine Vergrößerung der Arbeitsräume, in den 50-er Jahren entstand daher eine zusätzliche Fertigungshalle. In den Jahren 1969 bis 1971 erfolgte die erste und von 1975 bis 1976 die zweite Etappe des Ausbaues. Nach diesen Investitionen stand eine Hallenfläche von 52.000 m² zur Verfügung.

Stahlbau-Bereich in MCE übergeführt
Durch Auslagerung der Sparten Hoch,- Brücken- und Mastbau zu Konzernbetrieben und Stagnation der Kerntechnik in Verbindung mit weltweitem Preisverfall war Mitte der 80-er Jahre eine kostendeckende Auslastung des Betriebes nicht mehr möglich. Die Produktion wurde 1989 endgültig eingestellt und der Stahlbau-Bereich in die MCE (Machinery Construction Engineering) übergeführt.
Observatorium Heluan/Ägypten

 

Februar 1960:
VOEST-Monteure beginnen mit der Montage der Observatoriumskuppel in Heluan/Ägypten. Der Stahlbau fertigt die komplette Kuppel mit Dreheinrichtung, untere und obere Jalousie, Windschirm, Beobachtungswagen und die Lüftungseinrichtung.