Patriarch Maximos v. Hakin aus Syrien

Olympiadach München in der Bauphase

US - Botschafter John P. Humes

1970 bis 1979

Kurzer Auszug aus der Chronik

 

1. Februar 1970
Zustimmung des Aufsichtsrates zum Beschluss des Vorstandes das Hüttenwerk auf eine Rohstahlkapazität von 3,1 Millionen Jahrestonnen auszubauen. Die Investition umfasst im wesentlichen: Ausbau der Breitbandstraße durch Erhöhung des Vorbrammendurchsatzes von 130.000 auf 180.000 Monatstonnen. Errichtung eines neuen LD-Stahlwerkes 3 mit 90 m3-Tiegelanlage, eines 2.000 t Roheisenmischers und einer Stranggießanlage, Bau eines neuen Kaltwalzwerkes, Errichtung eines neuen Sinterbandes mit 168m2 Saugfläche und Homogenisieranlage, sowie Einrichtungen einer Abgasreinigung. Das Budget beträgt 3.773 Millionen Schilling. Die Realisierung ist für die Jahre 1971 bis 1974 geplant.

1. Mai 1970
Eine Steyregger Bürgerinitiative unter Josef Buchner schlägt wegen der Luftverschmutzung durch die VÖEST Alarm.

5. Juli 1970
Im Kaltwalzwerk 1 wird das 20-Rollen-Sendzimirgerüst als drittes Walzgerüst in Betrieb genommen, die Bundglühanlage erweitert, das Bunddressiergerüst umgebaut und die neue Bundlager- und Versandhalle mit Inspektionslinie fertiggestellt.

7. September 1970
Patriarch Maximos von Hakim aus Syrien, das Oberhaupt der griechisch-katholischen Ostkirchen, überzeugt sich persönlich von den Leistungen des Unternehmens VÖEST.

20. Jänner 1971
Dir. i. R. Prof. Dr. Ing. Hubert Hauttmann, Miterfinder des LD-Stahlerzeugungsverfahren, erhält zur Vollendung seines 75. Geburtstages die Ehrenplakette der VÖEST von Gen. Dir. Dr. Koller.

31. März 1971
Das Aktienpaket der Gleisdorfer Firma Binder&Co AG wird der VÖEST übergeben. Damit ist diese Firma eine 100%ige Tochter der VÖEST.

16. April 1971
Der schwedische Ministerpräsident Olof Palme besucht anläßlich eines Staatsbesuches die VÖEST.

7. Mai 1971
Der Hochofen 6 wird nach einjähriger Umbau- und Zustellzeit wieder angeblasen. Um den Ofen auf modernsten Stand der Technik zu bringen war ein Investitionsaufwand von 105 Millionen Schilling erforderlich. 650.000 Arbeitsstunden, 1.800 t Ausmauerungsmaterial und 1.100 t Stahlkonstruktionen wurden verbaut. Täglich erzeugt der Hochofen 2.000 t Roheisen für die LD-Stahlwerke.

15. Oktober 1971
Das Jubiläum "25 Jahre Verstaatlichte Industrie" wird durch die Ausgabe von drei Sonderbriefmarken zum Wert von S 1,50, S 2,00 und S 4,00 gewürdigt. Die 4,00 Schilling-Marke zeigt den Werkshafen der VÖEST.

21. Dezember 1971
An Familie Walter Aigner wird die 2.000ste Wohnung der Wohnungsgenossenschaft "Eigenheim Linz" von Gen. Dir. KR Dr. Koller übergeben.

20. Juni 1971
Der Beschluss "Große Stahllösung" bringt die Fusion von VÖEST und ALPINE MONTAN per 1. Jänner 1972.

1. Juli 1972
Eine Neugliederung der Organisation des EDV-Einsatzes wird festgelegt. Aus wirtschaftlichen Gründen werden die mit der Entwicklung von elektronischen Datenverarbeitungsystemen (Systemanalyse und Programmierung) sowie die mit dem Betrieb und der Wartung von elektronischen Rechenanlagen befassten Gruppen in den neuen Dienststellen "Systementwicklung und Organisation" (EOS) und "Rechenzentrum" (EOR) zusammengefasst. Gesamtleitung (EK): Dipl. Ing. Otto Zich und Dipl. Ing. Gernot Hillbrand.

22. November 1972
Die UNESCO verleiht den Wissenschaftspreis an jene neun österreichischen Wissenschaftler und Techniker, die maßgeblich an der Entwicklung des LD-Blasstahl-Verfahrens beteiligt waren: Dir. Dipl. Ing. Wolfgang Kühnelt, Dir. Dipl. Ing. Friedrich Klepp, Dir. Dipl. Ing. Felix Grohs, Dir. Dipl. Ing. Dr. Rudolf Rinesch, Dir. Dipl. Ing. Otwin Cuscoleca, Dipl. Ing. Kurt Rösner, Dir. Prok. Dipl. Ing. Dr. Herbert Trenkler, Dir. Dr. Ing. Hubert Hauttmann. Für den verstorbenen Dir. Dipl. Ing. Dr. Theodor Suess nimmt seine Witwe, Olga Suess, an der Feier teil.

16. Dezember 1972
Die Linzer Autobahnbrücke über die Donau (VÖEST-Brücke) wird dem Verkehr übergeben.

1. Jänner 1973
Fusion der VÖEST mit der Österreichischen Alpine Montangesellschaft zur VÖEST-ALPINE AG (Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke Alpine Montan AG). Neuer Personalstand inklusive ausländischer Gesellschaften: rund 77.000.

8. September 1973
Großes Musikertreffen in Linz. 20 Musikkapellen von den einzelnen Werken mit 1.200 Personen bestreiten das Festprogramm im Werksgelände. Auch Platzkonzerte in den Wohngebieten der Mitarbeiter werden gegeben.

1. Oktober 1973
Die neue Lehrwerkstätte wird ihrer Bestimmung übergeben. Auf 3.300 m2 verbautem Raum sind modernste Einrichtungen zur Ausbildung untergebracht. Investitonsaufwand für die erste Ausbaustufe: 72 Millionen Schilling. Die VÖEST-ALPINE ist der größte Lehrherr Österreichs.

12. Dezember 1973
Inbetriebnahme der OBM (Oxygen Bodenblasen Maxhütte) LD-Versuchsanlage in Anwesenheit der Herren Dipl. Ing. E. Fritz und Dr. Papamantellos von der Maxhütte.

1. Jänner 1974
Zwei neue Tochtergesellschaften werden dem Unternehmen durch Gesetz angegliedert: die Österreichischen Schiffswerften AG Linz- Korneuburg und die Rumpel Ges. m. b. H. in Wels.

29. März 1974
Inbetriebnahme der viergerüstigen Tandemstraße im Kaltwalzwerk 2.

1. Oktober 1974
Das Brucknerhaus Linz wird anlässlich des 150. Geburtstages von Anton Bruckner als moderne Musikhalle fertiggestellt und ist dem großen österreichischen Komponisten gewidmet. Das nach den Plänen des finnischen Architekten Heikki Siren erbaute Brucknerhaus bedeutet die Erfüllung eines langjährigen Wunsches nach einem Konzerthaus.

26. Juli 1975
Gen. Dir. Walter Hitzinger verstirbt in Bad Ischl. Hitzinger, der "Stahlboss mit Schrammelgemüt", eine legendäre, anekdotenumrankte Figur. Von 1952 bis 1961 leitete Hitzinger das Linzer Werk. Er verschaffte dem Sauerstoff-Blasstahlverfahren den internationalen Durchbruch.

15. September 1975
In der LD-Versuchsanlage wird eine Vorrichtung zum Zurückhalten der Schlacke beim Abstich von LD-Schmelzen entwickelt, die zu den österreichischen Patenten 350090 und 357183 und zahlreichen Auslandspatenten führt und unter der Bezeichnung "Slag Stopper" vom VÖEST-ALPINE Industrieanlagenbau vertrieben wird.

27. September 1975
Der Ingenieurverein feiert das 25-jährige Jubiläum. Die Festveranstaltung läuft unter dem Motto "Grüne Welt im Werksgelände". Zum Abschluss der Feier pflanzen Mitarbeiter und Freunde Bäume und Sträucher. Es sollte eine Tat gesetzt werden, die zur Verschönerung bzw. umweltfeundlichen Gestaltung des Werkes beiträgt.

23. Februar 1976
Im neuen 140 t LD-Tiegel 8 wird die erste Charge erblasen. Das Ausbauprogramm für die Rohstahlerzeugung im LD 3 auf 3,1 Millionen Jahrestonnen ist beendet (Tiegel 7 und 8).

1. August 1976
Einsturz der Wiener Reichsbrücke um 4.15 Uhr.

12. September 1976
Der Bürgermeister von Wien, Leopold Gratz, stellt am Wiener Rathausplatz zwei VÖEST-ALPINE- Stahlfertigteilsystem-Musterhäuser der Öffentlichkeit vor.

2. November 1976
Inbetriebnahme des von der VÖEST errichteten LD-Stahlwerkes der Hüttenanlage Sicartsa in Mexiko.

1. Jänner 1977
Die VÖEST-ALPINE erwirbt 40 % des Kapitals der DIDIER ENGINEERING GmbH in Essen.

28. Juni 1977
Internationaler Kongress der LD-Anwender im Linzer Brucknerhaus. Mehr als 200 Stahlexperten aus 35 Ländern treffen zur 8. LD-Arbeitstagung zusammen.

13. Juli 1977
Der Hochofen A wird nach einer Bauzeit von 34 Monaten im Beisein von Gen. Dir. Dr. Koller offiziell in Betrieb genommen. Die Investitionskosten betragen 3 Miiliarden Schilling, die Produktionskapazität 5.500 t Roheisenausstoß pro Tag.

1. August 1977
Dkfm. Heribert Apfalter wird vom Aufsichtsrat zum Vorsitzenden des Vorstandes und Generaldirektor der VÖEST-ALPINE berufen. Anstelle der aus Altersgründen scheidenden Vorstandsmitglieder Dr. Koller und KR Matthes kommen KR Ing. Franz Gassner und Bergrat h. c. Dipl. Ing. Hans Juvancic in den Vorstand.

21. Dezember 1977
Das LD-Stahlwerk 1, das erste LD-Stahlwerk der Welt, wird nach 25 Betriebsjahren abgestellt. Das LD-Stahlblasverfahren hatte von dieser Anlage aus weltweit die Stahlproduktion revolutioniert.

10. Februar 1978
Um die Kompensationsgeschäfte des Konzerns abzuwickeln, wird ein unternehmenseigenes Handelshaus, die VÖEST-ALPINE INTERTRADING Ges.m.b.H. (VAIT) mit Sitz in Linz gegründet.

28. April 1978
Ehemalige Bewohner von St. Peter/Zizlau treffen sich zum letzten Mal im Gasthaus Ammer im Keferfeld. HGW-Direktor Sprick hält die Begrüßungsansprache, als Gäste waren Dr. Koref und Werks-Direktoren anwesend. Anschließend wird dieser Verein aufgelöst.

30. Mai 1978
In Anwesenheit von Bundespräsident Dr. Kirchschläger wird von seiner Gattin, Herma Kirchschläger; die Taufe des Passagierschiffes "Ukraina" in der Werft Korneuburg vorgenommen. Seit Ende des 2. Weltkrieges wurden damit insgesamt 100 Schiffe für die Sowjetunion gebaut.

1. August 1978
Mit dem neuen Markenzeichen/Firmenlogo wird auch der Firmenwortlaut des Unternehmens auf "VOEST-ALPINE AG" festgelegt.

5. November 1978
50,47 % der Österreicher stimmen gegen das Atomkraftwerk "Zwentendorf" in Niederösterreich, welches schon vor der Abstimmung gebaut wurde. Der Stahl- und Apparatebau der VOEST-ALPINE hat dafür wesentliche Komponenten geliefert.

2. Jänner 1979
Die neue Firmenbezeichnung "VOEST-ALPINE Aktiengesellschaft" wird in das Handelsregister eingetragen.

9. Februar 1979
Mit der Verkehrsfreigabe des VOEST-Knotens ist die Mühlkreis-Autobahn im Stadtbereich Linz kreuzungsfrei befahrbar.

14. März 1979
Stapellauf des Luxusschiffes "Moldavija" in der Werft Korneuburg der ÖSWAG als 101. Schiff für die Sowjetunion.

15. März 1979
Fertigstellung des Schwerlasthafens Traunbecken. Die Verladung von Groß- und Schwerlastgütern (ca. 500/1.000 t Stückgewicht, 6/9 m Durchmesser und 60 m Länge) ist möglich. Schiffsverkehrsanschluss über die Donau zum Schwarzen Meer und über den künftigen Rhein-Main-Donau Kanal zur Nordsee.

18. September 1979
Nahe der libyschen Stadt Misurata, 210 km östlich der Metropole Tripolis, findet durch Oberst Gaddafi die Grundsteinlegung zu einem intergrierten Hüttenwerk statt. Gesamtinvestitionssumme rd. 75 Milliarden Schilling. Federführung VOEST-ALPINE bzw. die 100 % Tochter KORF Engineering. Gesamtauftragswert für VOEST-ALPINE 18,9 Milliarden Schilling.

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